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“L’enigma della vita”. Na endlich ein italienischer Albumtitel, den man auch ohne wirkliche Italienischkenntnisse sofort versteht! Wie bei dem Titel zu erwarten war beschäftigt sich der Bandleader Luca Zerman darauf mit der Erkenntnis, dass das Leben voller Geheimnisse steckt.

Die italienische Formation Logos gibt es seit 1996. Damals begannen sie als eine Coverband, die unter Anderem Titel von Le Orme, Banco de Mutuo Soccorso nachspielte. Nach dem ersten – einfach “Logos” genannten – Album von 1999, kamen bei Konzerten noch Coverversionen von Jethro Tull, King Crimson und Genesis hinzu, bis mit “Asrava” 2001 die zweite Scheibe erscheinen konnte.

Für das dritte, “L’enigma della vita” genannte Werk brauchten Logos dreizehn Jahre. Die Umbesetzungen und Probleme geeignete Auftrittsmöglichkeiten zu finden verzögerten seine Fertigstellung. Man hört es dem Album auch an, dass die Stücke eher nicht alle in einem Zug entstanden sind, selbst wenn alle Einfälle von dem Keyboarder und Sänger Luca Zerman stammen.

Wie es die oben genannten wichtigsten Inspirationen schon nahelegen, kommt die Musik von Logos ohne Experimente aus und richtet sich nach dem klassischen Progressive Rock der 70er Jahre. Die Leichtigkeit des Neoprog trifft in Stücken wie “Venivo da un lungo sonno” auf keyboardorientierten symphonisch orientierten Retroprog, der die Namen wie Camel, Pink Floyd und Eloy in Erinnerung ruft, wobei das Schaffen von David Gilmour an dem Gitarristen nicht ganz spurlos vorbeigegangen ist. Das leider sehr kurze Intro zu “In fuga” besticht durch hübsche Arrangements für die Tasteninstrumente. Insgesamt überzeugt das instrumentale Stück durch die Balance zwischen Gitarre und Keyboards sowie durch die Verwendung der Klassik- und Folk-Elemente (früher mal wohl Jethro Tull-Stücke nachgespielt?).

Falls man wen mit Mellotronklängen ködern kann: diese gibt es auf “L’enigma della vita” wiederholt zu hören. Die Akkordfolgen des instrumentalen “n.a.s” führen den Hörer zunächst aus der Neoprog-Ecke hin zu eher an King Crimson orientierten Einfällen, die im weiteren Verlauf des Stückes dann wieder zurück zum symphonischen Retroprog in der Art von Genesis führen. So bleibt das Stück ein Streifzug durch die bunte Geschichte des Prog,

Aber selbst die traditionsbewussten Logos wissen noch zu überraschen: “In Principio” entwickelt sich nach einem braven Gesangsteil zu einem psychedelisch-temperamentvollen Elektronik-Rock-Trip.

Luca Zerman scheint zu ahnen, dass er nicht zu den charismatischsten Sängern gehört (oder er hatte keine Lust noch weitere Jahre mit der Suche nach einem Sänger zu verbringen), deshalb wohl bleiben gekonnt komponierte und kompetent dargebotene Retroprog-Instrumentals, wie “Complemente estranei” ein wichtiger Bestandsteil von “L’enigma della vita”.

“L’enigma della vita” bietet insgesamt eine solide Prog-Leistung für die traditionsbewussten Hörer, die zudem noch mit langen Instrumentalteilen, gerade mal akzeptablen Gesangsleistung und weitgehend fehlenden Überraschungen, oder Highlights gut leben können.

http://www.babyblaue-seiten.de/album_14327.html

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